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Tuesday, 16. January 2018

Der Lächler Nr. 2 -Über die Faszination ständig zu kommunizieren

Studiengänge wie Kommunikationswissenschaften und Publizistik sind enorm gefragt. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Studierenden verdoppelt.  Bei den Simpsons gibt es eine Szene, die unter Studenten traurige Berühmtheit erlangt hat: Ein Footballspieler wird verletzt, Dr. Hibbert teilt ihm mit, dass seine Karriere vorbei ist, und versucht zu trösten: „Aber Sie haben ja immer noch Ihren Abschluss in…“ Er schaut in seine Unterlagen, liest „Kommunikationswissenschaft“ und vollendet den Satz mit: „Oh Gott!“

Heute ist jedem klar… Ohne Medien geht`s nicht mehr. Niemand kommt mehr ohne Medien aus. Alle sind vernetzt. Teens sind ständig „on“ und planen ihren Tag gestylt durch. 

Seit dreizehn Jahren untersucht die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-)Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) jährlich den Medienumgang der 12- bis 19-Jährigen.

Ein wesentliches Ergebnis dabei: Kommunikation – ob direkt oder indirekt, ob in eher öffentlichen oder eher geschlossenen Räumen – ist das zentrale Element der Internetnutzung. Online Communities stehen dabei an erster Stelle. Das gehört zum Alltag dazu.

 

Kommunikation nur noch in online communities? Wo findet face-to-face-community statt?

Medien sind ein geniales Mittel, um miteinander in Kontakt zu treten. Wenn es aber dabei bleibt, ist Kommunikation zu beschränkt. Ich wünsche mir, dass wir den Wert von echten face-to-face-Begegnungen nicht aus dem Blick verlieren. Ich will sehen, wie mein Gegenüber sich freut. Ich wünsche mir eine echt gemeinte Umarmung, wenn ich schlecht drauf bin. Ich will dabei sein, wenn eine Träne kullert. Sehen, wie Menschen sich vor Freude oder Dankbarkeit in den Armen liegen.

 

Wie verändert die „Mediengesellschaft“ Deine Jugendarbeit? Wie medial darf (muss?) Unsere Jugendarbeit sein?  Welche Alternative gibt es für Jugendliche um wirklich echte Kommunikation zu erleben? Wie können wir das in Unseren Gemeinden leisten?

 

Auf den kommenden Seiten wollen wir Euch dazu einige Tipps und Impulse geben, wie das gelingen kann. Das Thema ist aber zu groß, um es in ganzer Breite zu debattieren.

Wir wünschen Dir selber den Mut, die Jugendlichen konkret in ihrer Sehnsucht nach echter Kommunikation zu begleiten, nachzufragen, das Thema auf den Tisch zu bringen, wenn es scheint zu einem Problem zu werden. Und wir möchten Dich herausfordern, Dein eigenes Verhalten zu reflektieren und Dir selber die Frage stellen, von wem oder was lasse ich meine Sehnsucht nach Kommunikation stillen?

Antje Bockhacker

Teenagerreferentin