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Tuesday, 16. January 2018

Moderne Sklaverei: Das geklaute Recht auf Freiheit

International Justice Mission rettet und betreut Opfer und zieht Täter zur Verantwortung

27 Millionen Menschen leben heutzutage in Sklaverei. Eine unvorstellbare Zahl, die der Summe der Einwohner in der Schweiz, in Österreich und in Griechenland entspricht. Moderne Sklaverei hat viele Gesichter. Die meisten Sklaven werden betrogen, entführt, verkauft und mit Gewalt zu einer bestimmten Arbeit oder Dienstleistung gezwungen. 5, 5 Millionen Sklaven sind Kinder und Jugendliche, 2 Millionen von ihnen werden in der Sexindustrie ausgebeutet. Der durchschnittliche Preis für einen Sklaven liegt weltweit bei 60 Euro. Einen Menschen und seine Freiheit zu kaufen ist billiger als ein Smartphone.  Freiheit bekommt einen unbezahlbar hohen Wert für Sklaven, die jeden Tag zwischen 15 und 20 Stunden in einem Steinbruch arbeiten hart müssen; oder für Mädchen und junge Frauen, die jeden Tag an Männer verkauft werden, die sie vergewaltigen.

Die 14-jährige Jyoti aus Indien ist eines dieser Mädchen. Ihr Vater ist Alkoholiker und schlägt ihre Mutter und sie regelmäßig grün und blau. Eines Tages hält sie es nicht mehr aus und läuft von zu Hause weg. Sie sitzt am Bahnhof und weint verzweifelt. Eine Frau geht auf sie zu und sagt: „Komm mit mir in die nächste Stadt! Ich habe dort in einer Fabrik Arbeit für dich. Dann kannst du endlich frei und für dich alleine leben.“ Unterwegs gibt die Frau Jyoti etwas zu trinken, das sie betäubt. Als Jyoti wieder zu sich kommt, merkt sie, dass sie ist nicht in einer Fabrik, sondern in einem Bordell gelandet ist. Als sie sich weigert mit irgendwelchen Männern Sex zu haben, schließt der Besitzer sie ein und misshandelt sie über mehrere Wochen mit Metallrohren, Gummischläuchen und Elektroschocks. Als Jyoti die Qualen nicht mehr länger aushält, bekommt sie ihren ersten Kunden. Von diesem Tag an wird sie jeden Tag 20 bis 30 Mal vergewaltigt.

Der Herr übt Gerechtigkeit und schafft Recht allen Unterdrückten.“ (Psalm 103, 6) Wie passt dieser Vers und die vielen anderen Stellen in der Bibel, die Gott als gerecht beschreiben, mit Jyotis Geschichte zusammen? Wenn Gott etwas will, dann hat er immer einen Plan. Es klingt einfach und ist gleichzeitig die größte Herausforderung: Du, Ich, Wir sind Gottes Plan. Gott steht auf der Seite der Armen und Unterdrückten und er ruft uns auf, uns für sie, für ihre Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen.

International Justice Mission (IJM) ist eine christliche internationale Menschenrechtsorganisation, die besonders gegen Menschenhandel, Arbeitssklaverei und Zwangsprostitution kämpft. Ermittler von IJM decken Fälle auf und befreien zusammen mit der Polizei die Opfer. Anwälte von IJM verteidigen die Opfer vor Gericht und setzen sich dafür ein, dass Täter strafrechtlich verfolgt werden. Sozialarbeiter begleiten Opfer ihre Trauma zu verarbeiten und (wieder) auf eigenen Beinen zu stehen.

Eines Tages erzählt ein anderes Mädchen Jyoti, dass sie an einen Gott glaubt, der Jesus heißt. In ihrer Verzweiflung fängt Jyoti an jeden Tag zu beten. Hört Jesus ihr Gebet? Bald darauf bekam IJM in Indien einen Hinweis auf das Kinderbordell, wo Jyoti und die anderen Mädchen gefangen waren. Ermittler von IJM haben sich in das Bordell eingeschleust und mit versteckten Kameras und Mikrofonen dokumentiert, was dort geschieht. Daraufhin hat die Polizei das Bordell innerhalb von einer Woche gestürmt. Alle Opfer wurden befreit und die Täter verhaftet. Das Bordell ist heute geschlossen. Jyoti kam in eine Nachsorge-Einrichtung, wo sie noch mehr von Jesus gehört hat. Sie weiß, dass er sie liebt, weil es ihm nicht egal ist, dass sie so schwer misshandelt wurde. Gott hat sich um Jyoti gekümmert durch Menschen, die sich für Gottes Sache einzusetzen. Heute ist Jyoti selbst eine Frau die sich aktiv gegen Ungerechtigkeit einsetzt und anderen Opfern hilft. Mehr Infos: www.ijmde.org und www.facebook.com/ijmde

 

 

 

Quellen :

Kevin Bales: 27 Millionen Menschen leben heutzutage in Sklaverei.

UN: 5, 5 Millionen Kinder und Jugendliche in Sklaverei leben, 2 Millionen von ihnen werden in der Sexindustrie ausgebeutet.

Kevin Bales: Der durchschnittliche Preis für einen Sklaven liegt weltweit bei 60 Euro (80 Dollar)