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Tuesday, 16. January 2018

Jesus – wer ist das für Dich?

Jesus – mehr als nur ein Freund und Helfer:

Für manche scheint Gott, der Vater, mehr ein Polizistengott zu sein. Ein Polizist wird als eher bedrohlich betrachtet. Dieses Image gefällt auch der Polizei nicht. Sie prägt lieber das Image des Polizisten als „dein Freund und Helfer“. Jesus wird eher als solcher „Freund und Helfer“ gesehen. Er ist der gute Freund, der für einen einsteht. Weniger bedrohlich. Gott-Vater ist so ganz anders als Gott-Sohn. Aber wie war das noch mit der Dreieinigkeit? Hieß es nicht, Vater und Sohn und natürlich auch noch der Heilige Geist seien eins? Ist ein Bild von Jesus angemessen, das ihn so anders sieht als Gott, den Vater? Wenn man von der Dreieinigkeitslehre ausgeht, ist weder ein Bild angemessen, das Gott als bedrohlichen Polizistengott charakterisiert, noch eines, wo Jesus nur der „Freund und Helfer“ ist. 

Jesus – die zweite Person Gottes: Die Lehre der Dreieinigkeit:

Die Dreieinigkeit werden wir niemals ganz durchdringen können. Was wäre auch ein Gott, den wir verstehen könnten? Wir haben es oft schon schwer genug, andere Menschen zu verstehen. Wenn wir Gott verstehen könnten, dann wäre er einfacher als ein Mensch. Das kann natürlich nicht sein. Von uns aus können wir ihn nicht begreifen oder erfassen. Großartig ist, dass Gott sich uns verständlich macht. Er offenbart uns sein Wesen: Gott ist einer und von seinem Wesen her Liebe. Liebe ist immer auf ein Du hin ausgelegt, denn ohne ein Gegenüber können wir schwerlich von Liebe sprechen. Wenn Gott also von seinem Wesen her Liebe ist, dann ist er in sich schon Beziehung. Wir sprechen von drei Personen, die diese Beziehung ausmachen. Diese Beziehung in sich besteht nicht nur für sich selbst, sondern ist überfließend, so dass Gott-Vater sich zuerst als Schöpfer offenbart und den Menschen schafft – das ist die erste Person Gottes, wie er sich uns offenbart hat. Er hat sich seinem Volk Israel immer wieder mitgeteilt, er hat „in vielfältigster Weise durch die Propheten zu unseren [des Volkes Israel] Vorfahren gesprochen. Aber jetzt, am Ende der Zeit, hat er zu uns gesprochen durch den Sohn“ (Hebräer 1,1-2). Jesus Christus stellt die Selbstmitteilung schlechthin dar, denn Jesus sagt: „Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat“ (Joh 12,45), „in ihm hat Gott sein innerstes Wesen sichtbar gemacht“ (Hebräer 1,3). In Jesus hatten die Menschen einen anderen Menschen vor Augen. Sie konnten ihn mit eigenen Augen sehen, ihn erleben, er war be-greifbar. Er war ganz Mensch und sich nicht zu schade gewesen, als Mensch geboren zu werden. In ihm ist Gott den Menschen ganz nahe gekommen und hat ihn erlöst von aller Schuld. Als Mensch kam er erst durch seine Geburt auf diese Welt, aber als die zweite Person Gottes war er schon immer Teil der Trinität Gottes. Jesus ist auch ganz Gott ist und von der Schöpfung unterschieden: „Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der erstgeborene Sohn des Vaters, aller Schöpfung voraus und ihr weit überlegen.“ (Kolosser 1,15). Schließlich ist auch der Heilige Geist ganz Gott. Im Heiligen Geist kommt Gott uns so nahe, dass er sogar in uns wohnt. Er ist die dritte Person Gottes, wie er sich uns offenbart hat.

Jesus Christus – unser Erlöser:

Jesus ist also ganz Mensch. Dass Jesus ein Mensch war, der vor ca. 2000 Jahren gelebt hat, würden die meisten Leute noch nicht einmal bestreiten. Viele sehen ihn auch als gutes Vorbild an. „Freund und Helfer“ mag es auch noch treffen. Aber all das macht die Einzigartigkeit Jesu noch nicht aus. Denn gute Menschen gibt es viele, wenn es auch schwierig ist, an dieses Vorbild ranzukommen. Einzigartig ist Jesus, weil er mehr als all dies ist. Er ist Gottes Sohn und als zweite Person der Gottheit sogar Gott selbst! Er ist ohne Sünde geblieben, hat aber die Sünden der Menschen auf sich genommen und ist dafür gestorben und vom Tod auferstanden: „Er ist der Anfang der neuen Schöpfung, der Erstgeborene aller Toten, der zuerst zum neuen Leben gelangt ist, damit er in jeder Hinsicht der Erste sei.“ (Kolosser 1,18) Damit ist Jesus unser Erlöser! Als Erstgeborener der Toten hat er allen dieses ewige Leben ermöglicht. Er ist keine tote Götze, sondern lebendiger Gott. Das zeigen auch die Ich-bin-Worte Jesu im Johannesevangelium: Er ist Licht (Joh 8,12), er ist lebendiges Wasser Joh 4,), der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh 14,7), lebendiges Brot (Joh 6,35), der gute Hirte (Joh 10,11-15) usw. Alle Bilder zeigen, dass er der ist, der ewiges Leben bringt und seine Nachfolger schützt und versorgt.

Es ist also ein großer Unterschied, ob Jesus das Vorbild bleibt oder ob Jesus als persönlicher Erlöser angenommen wird. Wenn ich Jesus als Vorbild nehme, kann ich ihn nachahmenswert finden, brauche aber nicht an ihn zu glauben. Nehme ich ihn als Erlöser an, stellt Gott die Beziehung zu mir wieder her und ich bekomme ewiges Leben! Das fängt jetzt schon an, ab dem Zeitpunkt wo ich erlöst bin und in Jesu Nachfolge trete. Das heißt auch, dass Christus mich verändert und direkten Einfluss auf mein Leben hat.

Zu Philipper 2,5-11:

Texte, die beschreiben, wer Jesus ist und wie er den Menschen begegnet ist, gibt es viele. Besonderes Augenmerk möchte ich für dieses Mal auf Philipper 2, 6-11 legen. Hierbei handelt es sich um einen Hymnus, als ein Lied über Christus, der viele der oben genannten Aspekte aufgreift. Andere solche Lieder finden wir auch in Kolosser 1,15-20 und Hebräer 1,1-4. Zur Ergänzung können diese Stellen auch herangezogen werden.

Dieses Christus-Lied steht im 2. Kapitel des Briefes an die Gemeinde in Philippi, den Paulus geschrieben hat. In Vers 5 leitet er das Lied ein, in den Versen 6-11 kommt das Lied selbst.

Er war in allem Gott gleich“ (V.6a), d. h. Jesus ist Gott selbst und schon immer gewesen „und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein.“ (V.6b) Im Griechischen steht: „sah es nicht als einen Raub an, so wie Gott zu sein.“ Ein Raub muss beschützt werden, denn der rechtmäßige Besitzer möchte ihn ja zurück haben. Oder ein anderer Dieb könnte ihm die Beute streitig machen. Bei „gierig festhalten“ denke ich immer an Gollum im „Herrn der Ringe“. Der gönnt seinen geraubten „Schatz“ niemand anderem. Er ist so auf den Ring bezogen, dass er irgendwann nur noch Gemeinschaft mit dem Ring hat und total vereinsamt. Jesus dagegen hat sein ihm rechtmäßig zustehendes Gottsein nicht festgehalten, weil er auf Gemeinschaft aus ist: Deshalb „gab [er] alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen.“ (V.7) So sehr ist Gott auf Gemeinschaft aus, dass ihm die seinem Wesen innewohnende Beziehung nicht genug war. Liebe sehnt sich immer nach dem Gegenüber. Als Mensch kam Gott dem Menschen nahe, den er als sein Gegenüber geschaffen hatte. Jesus ist nicht einfach nur eine verkleidete Gottheit, sondern er hat seine Göttlichkeit selbst aufgegeben. Er ist ganz Mensch geworden und hat sich damit erniedrigt. Damit aber nicht genug. Er ist niedriger als andere Menschen geworden, indem er einem Sklaven gleich wurde. Er hat sich in den Dienst der Menschen gestellt, indem er für sie die Privilegien Gottes aufgegeben hatte. Noch nicht einmal das war ihm genug. Er ist freiwillig so tief gesunken, wie man tiefer nicht mehr sinken kann: „Im Gehorsam gegen Gott erniedrigte er sich so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm, ja, den Verbrechertod am Kreuz.“ (V.8) Nur Schwerverbrecher wurden gekreuzigt. Das Kreuz zeigte, dass jemand verflucht war - komplett isoliert von der Gesellschaft. Um das auszudrücken, fand eine Kreuzigung auch außerhalb der Stadtmauer statt. Jesus wurde ein Ausgestoßener – von Gott und Menschen verlassen. In vielen Religionen ist ein solches Bild von einem Gott, der sich freiwillig so erniedrigt, undenkbar. Aber genau darin zeigt Gott seine wahre Größe: „Darum hat Gott ihn auch erhöht und ihm den Rang und Namen verliehen, der ihn hoch über alle stellt.“ (V.9) Jesus war ganz Mensch, blieb aber Gott-Sohn. Gott hat ihn vom Tod auferweckt und seine wahre Größe offenbar gemacht. Jesus hat den Namen über alle Namen bekommen: Der Name, der all das ausdrückt, was er für den Menschen tut: „Jahwe“, was man übersetzen kann mit „Ich bin“ (vgl. 2.Mose 3,14). Man kann auch übertragen: „Ich bin der, der sich dir erweist“, mit anderen Worten: „Ich bin der, der sich dir offenbart, der mit dir leben möchte“. Indem Jesus sich erniedrigt hat, erweist er sich als Herr und Herrscher über die Welt, ja, als Gott selbst. Das werden eines Tages alle erfahren, auch diejenigen, die Jesus nicht als den gesehen haben, der er wirklich ist: „Vor Jesus müssen alle auf die Knie fallen – alle, die im Himmel sind, auf der Erde und unter der Erde; 11alle müssen feierlich bekennen: »Jesus Christus ist der Herr!« Und so wird Gott, der Vater, geehrt.“ (V.9-10)

Ein Mensch kann oberflächlich gesehen nachmachen, was Jesus getan hat. Ein Mensch kann einem anderen Menschen dienen. Ein Mensch kann sogar für einen anderen Menschen sterben. Aber kein Mensch kann so viel aufgeben, wie Gott es in Jesus getan hat. Und kein Mensch kann einen anderen Menschen erlösen. Ein Mensch mag die Strafe für jemand anderen auf sich nehmen können, aber wirklich von Schuld erlösen und ewiges Leben schenken, kann nur Gott selbst.

Das Christus-Lied zitiert Paulus, als er über Gemeinschaft in der Gemeinde Christi spricht. In dieser Gemeinschaft sollen sich die Christen in Philippi ein Beispiel an Jesus nehmen: „Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat“ (V.5). Als Jesu Nachfolger sollen wir ihn dann auch zum Vorbild nehmen. Aber nicht als Nachahmer. Der Unterschied zwischen Nachahmer und Nachfolger ist der, dass ich Nachfolger bin, weil Jesus mein Erlöser ist. Und als mein Erlöser macht er mich frei, ein Leben so zu leben, wie er es von mir möchte.         

Zielgedanke: Jesus ist zugleich ganz Mensch und ganz Gott. Deswegen ist er mehr als bloß eine historische Person, ein Freund und Helfer und Vorbild – darüber hinaus ist er Dein Erlöser! 

Jesus – mehr als nur ein Vorbild:

Die Teilnehmer sollen dazu herausgefordert werden, sich damit auseinandersetzen, wer Jesus ist und darüber hinaus, wer Jesus für sie ganz persönlich ist. Es soll der Unterschied herausgestellt werden, auf der einen Seite Jesus einfach cool zu finden und als Vorbild zu sehen, und auf der anderen Seite, ihm nachzufolgen.

Vielleicht haben das einige noch nie gemacht und Jesus ist einfach der Begründer des Christentums. Andere sind mit ihm aufgewachsen und haben Jesus schon immer als Sohn Gottes und ihren großen Bruder gesehen, haben ihn bereits als ihren Erlöser angenommen und Einiges mit ihm erlebt. Vielleicht sind auch einige dabei, die sehr viel über ihn wissen, aber noch keine persönliche Beziehung zu Jesus haben. Da liegt der Unterschied zwischen Fan und Nachfolger: Jesus mag viele Fans haben, aber weniger Nachfolger. Der Unterschied ist: Ein Fan weiß viel über sein Idol; der Nachfolger dagegen hat eine Beziehung zu dieser Person, kennt Jesus also persönlich und lässt sich durch Jesus verändern. Nachfolge hat Auswirkung auf das Leben.

 

Bibelarbeit

1. Einstieg:

1.1 Fan oder Nachfolger?

Tauscht Euch aus: Von wem würdest Du Dich als Fan bezeichnen? Wie wirkt sich das aus in Deinem Leben? Was tust Du für diesen Star? Wie viel Geld hast Du schon für CDs ausgegeben? Wie weit würdest Du gehen?

1.2 Umfrage (falls genügend Zeit, alternativ oder zusätzlich zu 1.1)

Aufgabe: Geht zu zweit auf die Straße und fragt die Leute, die Ihr trefft, wer Jesus für sie ist. Nach einer vereinbarten Zeit (15 bis 20 Minuten) trefft Ihr Euch wieder in der Gruppe und tauscht Euch darüber aus, was die Leute geantwortet haben.

1.3 Und du?

Jeder beantwortet nun für sich auf einem Zettel die Frage: Wer ist Jesus für mich? Welche Worte/ Bezeichnungen/ Bibelstellen fallen Dir dazu ein? Wer mag, kann anschließend der Gruppe seine Gedanken mitteilen.

Um Euch dem Thema, wer Jesus ist, zu nähern, könnt Ihr auch Bibelstellen zusammentragen, wo Jesus möglichst unterschiedliche Facetten von sich zeigt. Zum Beispiel, wie er zornig die Händler aus dem Tempel wirft (Matthäus 21,12-17), wie er liebevoll Kinder in den Arm nimmt (Markus 10,13-16), wie er mit Verachteten der Gesellschaft umgeht (Markus 2,13-17)…

2. Bibelarbeit:

Lest gemeinsam Philipper 2,5-11: 

5Habt im Umgang miteinander stets vor Augen, was für einen Maßstab Jesus Christus gesetzt hat:
6Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein. 7Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen. 8Im Gehorsam gegen Gott erniedrigte er sich so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm, ja, den Verbrechertod am Kreuz. 9Darum hat Gott ihn auch erhöht und ihm den Rang und Namen verliehen, der ihn hoch über alle stellt. 10Vor Jesus müssen alle auf die Knie fallen – alle, die im Himmel sind, auf der Erde und unter der Erde; 11alle müssen feierlich bekennen: »Jesus Christus ist der Herr!« Und so wird Gott, der Vater, geehrt.“

  • Welchen Maßstab hat Jesus denn gesetzt? Welchen Weg geht er? Welche „Stationen“ durchläuft er? Was ist daran besonders?
  • Warum geht er diesen Weg?
  • Wie beantwortet der Text, wer Jesus ist? Wie wird Jesus uns vorgestellt? Wo werden Aussagen über sein Gottsein gemacht, wo über sein Menschsein?
  • Welcher Name ist in V. 9 gemeint?
  • Wie geht es Dir damit, dass wir diesem Maßstab, den Jesus gesetzt hat, folgen sollen? Wie steht dies im Zusammenhang mit dem Kreuzestod Jesu, der in V. 8 beschrieben wird?
  • Was ist der Unterschied zwischen Fan und Nachfolger? In welcher Beziehung steht Jesus zu einem Fan und zu einem Nachfolger? Welchen Einfluss hat Jesus auf das Leben eines Fans und welchen auf das Leben eines Nachfolgers?

3. Anwendung: Lobpreis und Zeugnisse (Das mag nicht zu jeder Gruppe passen.

Aber Du kennst Deine Teens und Jugendlichen am besten und kannst dies einschätzen!) 

Tauscht Euch aus: Wie hast Du Jesus in Deinem Leben erlebt? 

Singt Lieder, um Jesus anzubeten!

Zum Beispiel:
Feiert Jesus 3, 11: „Was für ein Mensch“
Feiert Jesus 4, 115: „Glorious Day (Living He Loved Me)“
Feiert Jesus 4, 114: „In Christ Alone“

 

Damaris Müller